Text post Warum das Hotelsubventionsgesetz eine getarnte Steuererhöhung ist

Obwohl im Moment bei den Hoteliers noch die Freude überwiegt, dürfte es einigen - vor allem in kleineren Hotels - in den ersten Arbeitswochen langsam das Gesicht verziehen.

Viele Hotels, und das ist Fakt, leben von Geschäftsreisenden während der Arbeitswoche. Für diese gilt ab 1.1.2010 folgende Regelung:

Die Rechnungspositionen für Übernachtung und Frühstück müssen nun gesondert mit 7 und 19 % MwSt. ausgewiesen werden. Für das Frühstück wurden bisher pauschal 4,80 € abgezogen. Nun gilt, dass keine Pauschale mehr abgezogen wird und die Frühstückskosten bei Erstattung durch den Arbeitgeber als geldwerter Vorteil vom Reisenden versteuert werden muss. Vom Reisenden, nicht vom Arbeitgeber.

Klickt es? Ich und meine Kollegen, welche dies als ständig reisende betrifft, haben natürlich nur sehr geringes Interesse daran. Freundlich ausgedrückt…

Viele meiner Kollegen fangen nun an, Lösungen zu finden. Ob das eine Regelung mit dem Arbeitgeber (eher unwahrscheinlich, diese haben auch kein Interesse daran, diesen Unsinn auszubaden) oder die Suche nach der Steuerlücke….

Bei Frühstückspreisen von 15 - 35 € kommt da einiges zusammen.

Beispielrechnungen:

3-Sterne Hotel (70 € Übernachtung, 15 € Frühstück):

4-Sterne Business Hotel (80 € Übernachtung, 25 € Frühstück):

5-Sterne Premiumhotel (180 € Übernachtung, 35 € Frühstück):

Da sich bei Berufsreisenden die Musik im unteren/mittleren Segment abspielt, kann man maximal von einer Nullsumme sprechen. Wirklich subventioniert werden hier nur die großen Premiumhotels. Zu Lasten der kleinen Hotels und Dienstreisenden natürlich.

Eine mögliche Konsequenz für kleine/mittlere Häuser könnte jedoch sein:

Es ist einfach unglaublich, was diese Regierung als erste Amtshandlung hingelegt hat. Wenn das so weiter geht, gute Nacht Deutschland.

Created: Sat 16 Jan